Workshops 2012



1. Das Spiel mit der Maske – Björn Leese

Was passiert wenn ich mir eine Theatermaske aufsetze? Wie kann ich mit dem Zuschauer kommunizieren ohne Sprache und Mimik? Zunächst gibt uns die Maske das Gefühl eingeschränkt zu sein. Man hört und sieht weniger und kann sich kaum verständigen. Doch sobald man es schafft einen Kontakt zwischen sich, der Maske und dem Zuschauer herzustellen, passiert etwas scheinbar magisches. Die starre Maske und der Körper des Spielers verschmelzen zu einer Einheit, einem ganz neuen Wesen. Das Publikum wird Zeuge wie dieses Wesen zum Leben erwacht. Wie es neugierig in die Welt schaut, sich erschreckt, lacht, weint, sich ärgert... wie es beginnt zu agieren und zu reagieren. Diesem spannenden Prozess wollen wir uns in diesem Workshop zuwenden. Durch ein spielerisches Körpertraining und einfache Improvisationen lernen wir, zunächst ohne Maske, die Möglichkeiten des physischen Spiels kennen. Im zweiten Teil beginnen wir dann verschiedene Charaktermasken auszuprobieren und uns durch angeleitete Improvisationen, alleine und zu zweit mit ihr vertraut zu machen. Bitte Trainingskleidung mitbringen.

Björn Leese, geboren 1971 in Duisburg. Schauspieler und Musiker. Physical Theatre Studium an der Folkwang-Hochschule 1991-1996. Nach dem Studium Engagements am Opernhaus Dortmund, Theater und Philharmonie Essen, Schauspielhaus Bonn. Seit 1996 Auftritte mit den Mime- und Musikprogrammen „girl meets boy“, „Konzert für Amor“ und „Dog save the queen“ mit Kollegin Olinka Feldekova sowie verschiedenen Musikern. Seit 1997 Darsteller und Mitautor bei Familie Flöz in den Stücken Ristorante Immortale (1998), TWO% happyhour (2000), TWO% homo oeconomicus (2001), Teatro Delusio (2004), Infinita (2006) und Garage d‘Or (2009). Zur Zeit: Proben an einer neuen Fassung des Stückes Garage d‘Or (Premiere Mai 2011). Weiterhin gibt er Workshops mit dem Thema Maskenspiel, Körpertraining sowie Bühnenkampf.



2. Bewegungstheater - Choreografie als Element im Theater - Thomas Minnerop

Mit der Stilisierung des Theaterausdrucks wird in vielen Inszenierungen gearbeitet. In diesem Workshop nähern wir uns mit verschiedenen Mitteln dieser abstrakten Theaterform. Im Fokus stehen Gruppenformationen, Rhythmik und die Arbeit mit dem Raum. Fragmentierungen von Texten und Sounds spielen dabei ebenfalls eine Rolle.

Thomas Minnerop, geboren 1964 in Schleswig, aufgewachsen in Hamburg St. Pauli. Der Musiker, Schauspieler und Komponist arbeitet seit 2004 als Kulturreferent im Verein für Jugend – und Kulturarbeit des Kreises Segeberg e.V. (www.vjka.de) mit seinen Einrichtungen JugendAkademie Segeberg und der Kreismusikschule Segeberg. Im Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) der JugendAkademie leitet der ausgebildete Theaterpädagoge Jugendtheatergruppen, interdisziplinäre Projekte mit den Kunstformen Theater, Musik und Kunst auf nationaler sowie internationaler Ebene. Darüber hinaus veranstaltet er Konzerte und Festivals für Musik und Theater. Freiberuflich arbeitet er als Produzent, Komponist, Schauspieler und Musiker in diversen Projekten und kann auf zahlreiche CD Produktionen, Auftritte und Tourneen zurückblicken.


3. Poetry Slam - Temesgen Merhawi Tesfu

... ist mittlerweile in aller Munde oder wenigstens in aller Ohren; Sarah Kuttner war für Sat 1 auf "Slam-Tour", Anke Engelke widmete dem Gestus dieses Subkultur einen eigenen Sketch, das Finale der Meisterschaften 2011 wurde in der o2-World ausgetragen. Der Dichterwettstreit ist im Pop angekommen. Das Prinzip ist einfach. Man braucht einen Text und eine Stimme. Ob Du nun Angst vor der Bühne hast oder zuhause den Scheinwerfer einer Nachttischlampe vorziehst- egal.

Zart besaitete Lyrikerseelen, Neo-Beatniks, Geschichtenerzähler, Rapper, Poeten, Proleten, Propheten und alle, die lediglich Lust auf was neues haben: ihr seid hier herzlich willkommen! Die Texte schreiben wir im Workshop, also bringt Eure Stimme und ein bisschen gute Laune mit. Den Deutsch-Unterricht könnt ihr aber daheim lassen. Na?

Tes Fu ist Spoken Word-Poet und Lyriker. Seit 2006 live und in Farbe auf kleinen und großen Bühnen, in Bars wie auf Festivals, mal vor vier, mal vor 4000 Leuten. Unterrichtet als freier Dozent kreatives Schreiben und Textperformance. War als Workshopleiter u.a. schon für das Grips-Theater, das Wannsee-Forum, die Philipps-Universität Marburg und die Literaturstiftung Fondazione Novecento (Italien) tätig.


4. Play my song - Improvisation-Action theatre-Chor – Katja Fillmann

In diesem Workshop werden wir Ansätze des Körpertheaters (Elemente aus dem Action theatre und Viewpointstraining als auch chorische Theaterarbeit) zur Improvisation nutzen und mit Ihnen zur Arbeit mit Texten gelangen.

Der Startpunkt der Arbeit sollen mitgebrachte Songs und Songtexte sein, die wir szenisch verarbeiten in Impros, durch das Entwickeln von kleinen Geschichten zu den Songs, von Choreographien, in denen mit Text gearbeitet wird und mit chorischen Theatermitteln. Jede/r Teilnehmer/in ist eingeladen einen Songtext bzw. einen Song in die Arbeit mit einzubringen. Bitte bequeme Sportkleidung mitbringen.

Katja Fillmann, Regisseurin, Theaterpädagogin und Theaterdozentin mit Themenschwerpunkt postdramatische Theaterästhetiken, Schauspielstudien nach Lecoq, Kompetenznachweis Tanzpädagogik, Dipl. angewandte Kulturwissenschaften, lebt in Berlin.



5. Zeitgenössischer Tanz und Hip Hop-Kultur - Nadja Raszewski

Wer Spaß am Erfinden und Ausprobieren von unterschiedlichen Bewegungsqualitäten hat, findet in dem workshop von Nadja Raszewski ausreichend Inspiration dafür. In diesem workshop wird es vor allem um die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Tanzbewegungen und der Energie aus dem Hip Hop Tanz gehen. Schwerpunkte ihres Unterrichtes sind u.a. die Förderung von Kreativität und Eigeninitiative durch das Medium Tanz. Aus einer Mischung von vorgegebenem Schrittmaterial und gezielten Improvisationen kommen die Teilnehmerinnen häufig zu Bewegungen und Ausdrucksformen die ihnen vorher meist unbekannt waren, überwinden eigene Grenzen und finden den Spaß und die Sinnlichkeit von Tanz und Bewegung in ihrer komplexen Bandbreite. Ideen, Visionen, Gefühle, auch Texte können auf ganz unterschiedliche Weise körperlich und tänzerisch umgesetzt werden. Expressivität, Dynamik, Rhythmus und vor allem Musik sind Kennzeichen ihres Unterrichtes.

Nadja Raszewski ist ausgebildete Tänzerin, Choreografin und Tanzpädagogin. Als Choreografin und Regisseurin arbeitete sie an verschiedenen deutschen Theatern (Neuköllner Oper,Komische Oper Berlin,Pumpenhaus Münster,Staatsoper München, Theater Heilbronn,Staatstheater Saarbrücken u.a.) 2003 übernahm sie als künstlerische Leiterin die TanzTangente Berlin (www.tanztangente.de), Schule für Tanz-Theater-Kunst und Medien. Dort leitet sie u.a. eine junge Company, die Tangente Company. Sie ist Mitbegründerin von dem Verein SuBkultur e.V. der mit verschiedenen Berliner Schulen, kooperiert und dort Tanztheaterprojekte organisiert. Als Dozentin unterrichtet sie am Institut für Theaterpädagogik an der UdK Berlin und am Zertifikatsstudiengang „Künstlerisches Erzählen, storytelling in art and education“ und ist in dieser Funktion internationale Referentin (Türkei,Finnland,Israel,Niederlande,Schweiz,USA) . Sie ist seit 2008 feste Referentin im Fortbildungsprogramm für Choreografen an der SpoHo Köln für „Kultur und Schule“ und „tanz in Schulen“.


6. Turn the point! Performatives Theater – Marcel Sparmann

in Kooperation mit PAS – Performance ART Studies. Mit dem Medium Performance Art zu arbeiten, heißt Aneignung und Umdeutung und kann als die direkteste/radikalste Form der Selbsterfahrung und -bestimmung gesehen werden. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Ansätze aus den Bereichen des experimentellen Theater, der Kunst, Architektur, Urban Art oder dem politischen Aktivismus. Anhand der eigenen künstlerischen theatralen Praxis der Teilnehmer, soll vor allem das Finden und die Erweiterung um einen individuellen performativen Ausdruck im Mittelpunkt stehen. Folgenden Fragen werden wir dabei nachgehen: Wie finde ich nicht nur ein ausdrucksstarkes, sondern vor allem ein persönlich relevantes und bewegendes Bild um einen bestimmten Zustand oder einen speziellen Text zu visualisieren? Welche Strategien kann ich benutzen um von einer abstrakten Idee zu einer konkreten Handlung und weiter zu einem Bild zu gelangen? Welche Rollen spielen Zeit und Rhythmus und wozu brauche ich eigentlich nochmal den Zuschauer dabei?

Marcel Sparmann wurde in Gera/Deutschland geboren und widmet sich seit 2005 experimentellen Theater und der Performance Kunst. Er studierte szenische Künste mit Schwerpunkt Theater und Performance Kunst an der Universität Hildesheim und Environmental Art an der Glasgow School of Art. Sein besonderes Interesse gilt medienübergreifenden Arbeiten, dem Erforschen von Alltäglichkeiten und deren Poesie, sowie auf Bewegungen und Tanz basierenden Körperbildern. Seine eigenen künstlerischen Arbeiten erkunden meist psychische und physische Zustände, deren Grenzen und poetischen Dimension, die er in Interaktion mit den Zuschauern auslotet. Marcel Sparmann arbeitet als Künstler und Lehrender mit den Medien Theater, Performance Art und Interventionen im öffentlichen Raum europaweit und darüber hinaus. Zusätzlich lehrt und organisiert er zusammen mit BBB Johannes Deimling und den beiden Fotografen Matthias Pick und Monika Sobczak das unabhängige Bildungsprogramm für Performance Art; PAS| Performance Art Studies.


7. Let’s fight / Bühnenkampf – Philipp Romann

Ohrfeigen, Würgen, Schläge und Tritte, Massenschlägereien, Messerkampf, Kampf mit Alltagsgegenständen – wie macht man das, dass es echt aussieht? Im Workshop lernen wir die nötigen Grundlagen, um auf der Bühne sicher und effektvoll zu kämpfen und selber kleine Kampfchoreographien zu entwickeln.

Der Workshop vermittelt keine realen Kampftechniken, sondern reinen Bühnenkampf. Im Vordergrund stehen die Sicherheit und das Zusammenspiel aller Beteiligten.

Philipp Romann, 1974 in der Schweiz geboren, studierte nach Ausbildungen zum kaufm. Angestellten und zum Krankenpfleger Schauspiel an der Hochschule der Künste Bern. Er spielte an den Theatern Basel, Bern, Biel/Solothurn und Lübeck sowie in diversen Off-Projekten und leitete, inszenierte und entwickelte Jugendprojekte sowie Bühnenkampf- und Theaterworkshops. Seit 2008 ist er freischaffender Schauspieler und spielt in . 2009/10 spielte er Philip Sachs in der Sat1-Serie "Eine wie Keine", seit 2011 spielt er in einer neuen ZDF-Serie.


8. Schreiben für die Bühne – Thomas Freyer

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Roman und einem Theaterstück? Wie erfinde ich eine Figur? Was kann man einer Figur in den Mund legen, was nicht? Wie arbeite ich mit Regieanweisungen? Brauche ich die überhaupt? Und wenn ja, wann? Wie, wenn ich ein Stück schreiben will, fange ich an? Brauche ich ein Thema? Was mache ich, wenn ich nicht mehr weiter komme? Was, wenn mir nichts mehr einfällt?

Noch mehr Fragen, Stift und Papier gibt’s im Workshop „Schreiben für die Bühne“.

Thomas Freyer, 1981 in Gera geboren. Theaterautor und Leiter verschiedener Schreibwerkstätten und Workshops in der Schweiz und Deutschland. Studium Szenisches Schreiben an der UdK Berlin von 2002 – 2006. Uraufführungen u.a. am Nationaltheater Weimar, Staatstheater Hannover, Maxim Gorki Theater Berlin, Staatsschauspiel Dresden.







MULTIPLIK – Spielleiterworkshops


Multiplik I

1. MENSCH UND PUPPE Mensch und Material als Spielpartner. - Anna Fregin

Neben welchen Puppen wirkt ein Mensch schwach obwohl er in der Körpergröße überlegen ist? Wann fängt die Identifikation mit dem Leblosen Material an, so dass man mit ihm fühlt oder um es fürchtet? In diesem Workshop werden wir uns mit verschiedensten Puppenführungstechniken beschäftigen und damit, welche Wirkungsweisen Mensch und Material haben wenn sie gemeinsam agieren. Wir werden sowohl mit sehr einfachem Material wie Zeitung, Stift und Buch, als auch mit ausgearbeiteten Puppen arbeiten.

Bringt bitte Kleidung mit, in der ihr euch gut bewegen könnt und eine Garnitur Schwarze Klamotten.

Anna Fregin lebt und arbeitet als freiberufliche Puppenspielerin in Berlin. Nach dem Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „ Ernst Busch“ Abteilung Puppenspielkunst 2000-2005, arbeitete sie drei Jahre am Theater junge Generation Dresden als Puppenspielerin. Seit 2008 spielt sie in unterschiedlichen Konstellationen und als Theater Anna Rampe auf internationalen Festivals und gastiert an Theatern in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Seit 2009 leitet sie auch Workshops und arbeitet als Dozentin für Medienpädagogen.



Multiplik II

2. DAS WUNDER-MEDIKAMENT: BODYPERCUSSION - Steffen Müller

Inhalt des Workshops ist das tiefenwirksame Eindringen von Rhythmus in Mark und Bein. In täglichen Dosen von bis zu 4 Stunden werden rhythmische Bestandteile verabreicht. Achtung hohe Ansteckungsgefahr! Nachahmung und Weitergabe strengstens erwünscht! Für den Workshop werden lediglich benötigt: Sie und das komplexe Instrument KÖRPER. Rhythmisch-therapeutisch entfaltet das Medikament BODYPERCUSSION seine Wirkung, führt bei regelmäßiger Einnahme zur Steigerung des Wohlbefindens, der individuellen Bewegungsmöglichkeiten der Extremitäten und löst vermehrt zusammenhängende rhythmische Anfälle aus. Am Ende der Erprobungsphase des Allheilmittels erfolgt die außerklinische Konfrontation mit der WIRKLICHKEIT.

Freuen Sie sich, Teil dieses wunderbaren Experimentes und der Präsentation des Medikaments BODYPERCUSSION zu sein!

Steffen Müller, geboren 1970. Magister Theater-, Musik- und Kulturwissenschaft (Humboldt Universität zu Berlin). Percussionist und Schlagzeuger, freischaffender Musik- und Theaterpädagoge. Arbeitsschwerpunkte: Schulung rhythmischen Empfindens, Body- und Instrumentalpercussion, körperbetontes Theater.
Mit freundlicher Unterstützung von:

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Deutscher Bühnenverein
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